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Muskelrelaxantien (Singular: Muskelrelaxans) sind Arzneimittel zur vorübergehenden „künstlichen Entspannung“ der Muskeln. Diese sogenannte Relaxation (= Entspannung) ist von vorübergehender Dauer und klingt nach Absetzen des relaxierenden Arzneimittels ab. Wichtig für die Zuordnung zur Verwendung eines Muskelrelaxans ist die Unterscheidung zwischen peripheren und zentralen Muskelrelaxantien:

  • die peripheren Muskelrelaxantien (peripher bedeutet, dass sie am Muskel selbst angreifen) werden bei Operationen zusätzlich zur Narkose verabreicht, um muskuläre Bewegungen während der OP auszuschließen
  • die zentralen Muskelrelaxantien (sie wirken über das ZNS und setzen im Gehirn direkt an) werden zur Behandlung von Muskelspasmen (unkontrollierten Muskelanspannungen) therapeutisch genutzt.

Wirkweise / Wirkung:

Verallgemeinernd kann man sagen, dass Muskelrelaxantien die sogenannte neuromuskuläre Reizübertragung hemmen, das heißt, sie verhindern, dass der Befehl zur Bewegung vom Nerven an den ausführenden Muskel weitergegeben wird. – Somit bleibt die Erregung des Muskels aus. Diese Unterbrechung der Reizübertragung erfolgt durch die Blockierung der sogenannten nicotinergen Acetylcholinrezeptoren, die den Erregungsbefehl (in diesem Fall der Neurotransmitter Acetylcholin als Erregungsüberträger) im Normalfall aufnehmen würden.

Dadurch ist der Muskel vorübergehend gelähmt. – Dieses Vorgehen nennt man Hemmung an der neuromuskulären Endplatte. Seltener erfolgt eine Muskelrelaxation im Muskel selbst, also ohne Angriff an der neuromuskulären Endplatte – über Blockierung der muskeleigenen Ryanodin-Rezeptoren wird der zur Muskelerregung nötige Calciumstrom blockiert, wodurch ebenfalls die Erregung des Muskels ausbleibt und dieser nicht kontrahiert, sich also nicht mehr „zusammenzieht“.

Eigentlich einzige Indikation ist eine während der OP auftretende maligne Hyperthermie (das heißt, der Körper erhitzt während der OP übermäßig; eine Art der Stoffwechselentgleisung). Orthopädie Regensburg.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen / Nebenwirkungen:

Im Allgemeinen haben die Muskelrelaxantien sehr wenige Nebenwirkungen und sind gut steuerbar. Treten doch UAWs auf, so meistens nur bei Notfallnarkosen, die schnell eingeleitet werden müssen. Diese sind Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Flush (Gesichtsrötung), selten auch anaphylaktische Reaktionen (also Allergien).